Nur eins, das fand ich damals in Ägypten ganz und gar nicht großartig. DAS ESSEN. Diese Gewürze, die Gerüche, all das haben mich als Kind überfordert, nein ich will regelrecht sagen fertig gemacht, weil es so ganz und gar nicht das war, was ich aus Europa kannte. Ich habe irgendwann schlichtweg die Nahrung verweigert. War aber nicht schlimm, kleine Kinder sind ja robust und trockenes Brot gibts doch überall. Außerdem wär ich dann ja jetzt nicht hier, wenns so schlimm gewesen wäre. Und die Stewardessen auf dem Rückflug haben sich wie doll gefreut, als sie guten Gewissens der Illusion erliegen durften, wenigstens einem Passagier schmecke die Hühnerfrikasseematsche aus der Bordküche. Aber gut.
Hat mich alles jedenfalls nicht abgehalten noch mal nach Ägypten zu fliegen. Das war 1994 und ich dann schon ein wenig älter, genauer gesagt 24.Wobei. Genauer betrachtet war ich da auch noch jung. Zumindest verglichen mit heute ;-D. Zu dem Zeitpunkt war ich nahrungstechnisch schon deutlich unerschrockener, lernte, dass man Okraschoten nicht einfach so in die Soße schmeißen darf, weil das eine elendige Schleimgrütze ersten Grades gibt und begrüßte meinen ersten FALAFEL! Herrje und was war das direkt für eine Liebe! Ich glaube in diesem Urlaub aß ich mich bewußtlos an den kleinen Klöpschen, außen knusprig innen würzig und einfach hmmmmm. Und ich schwor mir, dass ich die zuhause unbedingt auch mal kochen muß. Und blitzschnell durch die Tür wie ich nunmal so bin, hat das bloß schlappe lichtgeschwindigkeitsverdächtige 21 Jahre gedauert ;-D. Nadawärenweralsoendlich.
| Kairo 1976 |
| Kairo 1976 |
| Kairo, Gizeh 1976 |
Zubereitung:
1. Zuerst eine Zwiebel sehr klein schneiden. Diese dann in einer Pfanne zusammen mit einem Eßl Öl, Knoblauch, Kreuzkümmel, Ras el Hanout und Piment leicht anrösten.
2. Dann in einem Topf die Milch zum Kochen bringen und das Kichererbsenmehl langsam einrühren, dass sich keine Klümpchen bilden. 3 Eßl Olivenöl dazu geben, salzen, pfeffern und 5 Minuten leicht köcheln lassen, bis sich ein klumpiger Teig bildet. Teig abkühlen lassen.
3. Jetzt die Zucchini vom Kerngehäuse befreien und klein reiben. Etwas warten und soviel Flüssigkeit wie möglich aus den Raspeln herausdrücken.
4. Nun die Gewürzzwiebeln (also die mit den Gewürzen angerösteten Zwiebel! Albert das ist für dich!), die ausgedrückten Zucchiniraspeln, den Kichererbsenteig, GEhackte Petersilie und den Zitronensaft gut miteinander verkneten, gut salzen und pfeffern und mit bemehlten (Kichererbsenmehl!) Händen kleine Klößchen darauf formen. Die Klößchen dann für ein paar Stunden, am besten über Nacht in den Kühlschrank geben, dort werden sie fester.
5. Jetzt schmeißt ihr die Fritteuse an oder setzt einen Topf mit Öl auf und frittiert die Klößchen frei schwimmend etwa 3-4 Minuten, bis sie schön goldbraun und knusprig sind. Die Falalfel nach dem Frittieren zum Abtropfen auf ein Küchenkrepp legen.
Tip: Für eine stückigere Konsistenz kann man noch etwa 3-4 Eßl gehackte und gekochte Kichererbsen unter den Teig mischen.
| Tal der Könige, Luxor 1994 |
Bei mir gabs zu den Falafel Salat. Gemischt mit ein paar Sprossen oben drüber und einer Soße aus Joghurt, Zitronensaft und Olivenöl, abgeschmeckt mit Pfeffer Salz und Zucker.
| Kairo, Gizeh 1976 |
| Das seltene Vielhöckerkamel 1976, wurde danach nie wieder gesichtet |
Das allerschönste an den Falafeln war aber, dass ich mal wieder ausgiebigst in den Fotoalben meiner Mutter wühlen konnte. Bei der Gelegenheit machte ich die mir völlig unbekannte Entdeckung, dass meine Tante, Schwester meines Vaters, ja hammermäßig fotografieren konnte. Das wußte ich ja noch gar nicht! Alle schwarzweiß Bilder sind von ihr und ich muss sagen, ich bin echt beeindruckt. Toll, wie sie die Atmosphäre eingefangen hat. So langsam wird mir dann auch klar, aus welcher familiären Ecke meine Leidenschaft fürs Knipsen herrührt. Hab ich als Kleini wahrscheinlich alles unbewußt aufgesaugt ;-). Schade, dass ich ihr das nicht mehr selber sagen kann......so ist das halt.
| Kairo 1976 |
| Find it out: Okra! 1994 |
Zur Sache mit den Okra nur kurz. Mister Ü lieeeebliebtliebt Okra. Immer schon. Und so nahm ich mir als treue Freundin schon vor Jahren vor, sie ihm einfach mal zuhause in der von ihm gewünschten Variante, in einer Art Gulasch, zu kochen. Wir importierten dann allen Ernstes unter großem Palaver selbst erhandelte Okra vom lokalen Outdoormarkt aus diesem Ägyptenurlaub (oben seht ihr mich bei der Säuberung bevor ich sie in den Koffer packte.....ich wollte ja nicht irgendwelches Getiers nachher noch mitbringen.....da hört man ja gelegentlich die schlimmsten Storys!) und zuhause produzierte ich dann so aus der Hüfte geschossen einfach mal irgendeine Soße dazu. So ganz so schlecht im Kochen war ich schon damals nicht, aber fremde Lebensmittel mit tückischen Eigenschaften zu verarbeiten ist immer risky. Tante Google war damals ja noch nicht soooo präsent. Was dann passierte ist am besten vom Endergebnis her mit Alienschleim beschrieben. Ich hab mich selten so geekelt und alles landete in der Tonne. Also. Trauschau bei der Zubereitung von Okra....wer mag liest dazu mal HIER.
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| Kairo 1976 |
| Kairo 1976 |
Verspätete Grüße nach Ägypten, dem Land meiner Entdeckung!
Rezept von Magentranzerl
EINKAUFSLISTE:
(für ca. 30 Stück)
4 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1/4 TL Piment, gemahlen
2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1/4 TL Piment, gemahlen
1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Ras el Hanout
2 EL Petersilie
220 ml Milch
100 gr. Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
3-4 kleinen Zucchini (geraspelt + ausgepresst 320g)
3 EL Zitronensaft
neutrales Öl zum Fritieren
220 ml Milch
100 gr. Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer aus der Mühle
3-4 kleinen Zucchini (geraspelt + ausgepresst 320g)
3 EL Zitronensaft
neutrales Öl zum Fritieren
Optional:3-4 Eßl Kichererbsen gekocht und gehackt
Beilagensalat:
Salat und Sprossen
Joghurt, Zitronensaft, Olivenöl, Salz,Zucker, Pfeffer
