Es könnte so schön sein. Wenn da nicht........ja wenn da nicht das böse Leben wäre, dass - ich will es mal steinzeitlich ausdrücken - die Jagdtgebiete der männlichen Nachbarn gelegentlich in entfernte Gefilde verlagert und zum Aufbruch aus der Glückseligkeit drängt. Will sagen: Die einen Nachbarn verschlug es schon vor ein paar Jahren nach England, die zweiten erst vor kurzem direkt nach Amerika, na und jetzt......buhuuuuuu heul!!!.....wollen auch noch unsere direkten, unmittelbar doppelhäusigen Nachbarn, Anke und Till, in die Ferne. Zwar nur nach Hamburg......na und auch wenn Hamburg schön ist......aber BUHUUUUUUUUUU!!!!! Nein! Welch Grauen! Uns verbindet doch soviel! Neben den wirklich wichtigen Dingen wäre da z.B..........
......... die mit Anke gemeinsam und mit Herzblut gelebte Vernachläßigung bzw. anfallsartig auftretenden Extrempflege des unsere Häuser verbindenen Blumenbeetes, was zugegebener Maßen aber auch ein echt schwerer Fall ist....kaum Licht, kein Wasser (ohne gießen), kaum Erdreich.....ach irgendwie halt ein doofes Ding. Jede Pflanze geht ein und es sieht eigentlich immer aus wie ein Trümmerhaufen. Schön, dass es keinen von uns beiden wirklich aufregt.
.........die Eleganz, mit der Anke und Till die stark beschallten und bis tief in die Nacht andauernden Parties des pubertierenden Sohnes mit einem Lächeln, Augenklimpern und dem Satz "Also wir haben nichts gehört! Wie? Und ihr habt schlecht geschlafen?" abbürsten (Jahhaaa ;-(......jammer......schlecht geschlafen....;-( ....wääääh.).
.........die Ruhe, mit der Anke auch die 36574igste Klavierstunde mit einem nicht oder schlecht vorbereiteten und nur mäßig begeisterten Sohn aus unserem Hause ertragen hat und trotzdem den Kindern noch etwas beigebracht hat. Wahnsinn. Natürlich nur, nachdem sie uns auch pflichtbewußt vorher an den Termin erinnert hat. Sogar den haben wir regelmäßig vergessen ;-(. Asche auf.....ähja.
.........die natürlich auch nicht zu vergessende mit Anke geradezu zwillingsgleich ausgelebte Sportbegeisterung. Wir müssen nämlich Dienstags immer am meisten rennen, um von den 1,80 m Nachbarinnen nicht abgehängt zu werden. Hey Anke, aber wir habens voll drauf! Chaka!
Die Liste könnte ich unendlich fortsetzen. Big Nachbarlove.
So und das soll jetzt ein Ende haben? Jaul! Da bin ich mir dann ja aber auch für keinen Trick zu schade und so fiel mir beim Zubereiten, Knipsen und knusprigem Testessen dieser allerköstlichsten kleinen Kleingkeiten völlig gedankenverloren ein, dass ich selbige wunderbar für einen subversiven Bestechungsversuch einsetzen könnte. Anke und besonders aber Till lieben kleine Häppchen........die sogenannten, legendären "Häpsken". Die Bezeichnung ist inzwischen zum Runninggag quer durch alle Freundeskreise mutiert. Sogar Facebook kennt den Witz schon. Till ist eben ein feiner Mensch und haßt es sich den Bauch vollzuhauen. Sehr gut! Er ist sozusagen das diametrale Gegenteil vom Typ Schwabbelbauch, den man nur noch auf Rollen durch die Tür schieben kann.
Tja und wie´s dann aber im Leben so läuft. Weder Anke noch Till waren trotz wüstesten Klingelns da. So ein Mist aber auch. War ja ungeplant und spontan. Da blieb meinem lovely Mister Ü und mir leider nichts anderes übrig, als die tutti Häpsken alleine aufzufuttern und einfach weiter zu hoffen, dass Hamburg haustechnisch absolut ausverkauft ist. Bis auf die letzte Bruchbude. Und das es da niemals solche toften Nachbarn wie uns geben wird. Und kein olles Blumenbeet, keine Teeniepartie bis zum Morgengrauen und auch keine viel zu langbeinigen Supersportnachbarinnen. Schnüff. Drauf ein Häpsken extra.
Ach und schaut mal, bevor ichs ganz vergess, vor lauter Nachbarlove und so:
Zubereitung:
1. Zuerst das Baguette in Scheiben schneiden und am besten im Backofen mit etwas Olivenöl besprüht anrösten bis es knusprig ist. Natürlich geht das auch im Toaster......dann aber lieber das Olivenöl weglassen. Feuergefahr!
2. Ruccola waschen und putzen und den Bacon in kleine Stücke schneiden und knusprig anbraten.Bacon auf einem Zewa abtropfen lassen.
3. Erdbeeren in Scheiben schneiden.
4. Bruscetta aufschichten: Brot mit Ziegenfrischkäse bestreichen, ein paar Ruccolablätter darauf legen, Erbeeren und Bacon abwechselnd darüber geben, Balsamico fädig darüber ziehen und zum Schluss noch ein wenig pfeffern wer mag.
So ihr Hamburger da draußen. Butter bei die Fische. Ich will jetzt kein einziges Wort hören, was an eurer Stadt toll ist. Ne. Kann ich mir ja denken. Sonst würden beste Nachbarn vonne Doppelhauswelt ja nicht dorthin ziehen wollen. Is ja klar. Muss irgendwie schön sein bei euch. Aber denkt euch doch bitte mal was Schrulliges aus, weshalb man NICHT nach Hamburg ziehen sollte ;-) . Gibt´s da was? Oder muss ich mir wirklich bedingungslos Sorgen machen?
Ächz.......
Zutatenliste:
(für 2 Personen)
1 großes Baguettebrötchen
1 Ziegenfrischkäse
3-4 Scheiben Frühstücks-Bacon
1 Hand Ruccola
8-10 Erdbeeren
cremiger dunkler Baslamessig
Pfeffer