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Dienstag, 25. Oktober 2016

Kambodscha Part 2, eine kleine Nepperschlepper-Flußfahrt, unser Besuch in der Missionarsstation und ein wenig Asiafood!

Wir sind noch nicht durch mit Kambodscha! Nach Angkor Wat, dem Old Market in Siem Reap und einem kleinen Einblick in unser schnuckeliges, kleines Minihotel nehm ich euch heute mit auf den Tonle Sap See. Wir fahren durch ein schwimmendes Dörfchen, stellen fest, dass hier die große Nepperschleppernummer abgeht, besuchen die Missionskirche von Ben (dem Manager unseres Minihotels) und beschäftigen uns noch ein wenig mit asiatischem Essen. Na dann mal los.

War ja klar, dass wir neben den Tempeln in Siem Reap auch sehen wollten, was hier sonst noch geht. Ben, der philippinische Manager unseres Minihotels, den ich euch ja schon im letzten Post über Kambodscha vorstellte, schlug schon in unseren emails, die wir uns in Massen schon Monate vor unserer Ankunft lustig hin und her schickten vor, dass unter anderem  (und er machte viele Vorschläge!) die schwimmenden Dörfer und der Tonle Sap See vielleicht ein lohnendes Ausflugsziel seien. Na und soll ich euch was sagen.....ich war erstmal zu faul um mich da im Detail reinzufuchsen und winkte ab......das mit dem Reiseblogger üben wir dann nochmal liebes Frollein!.....ich dachte einfach, wir lassen das mal einfach auf uns zukommen. So ergeben sich ja oft eh die dollsten Dinger. Und wir sind gerne alle voll spontan ;-). Wir haben auf unserer langen und spannenden Reise wirklich kein einziges Mal keinen bösen Reinfall gehabt und auch dieser war jetzt kein wirklich fieser Ausflug, ich hätte in dem Fall aber dann wohl besser mal nachgelesen und wäre gewarnt und dann vielleicht woanders hingefahren. So helf ich aber dann wenigstens euch mit meinem Geschichtchen und wir lachen alle mal herzlich über die echt schäbige Nummer.




Vorneweg erstmal: Es gibt viele Anlaufstellen für Touren zu schwimmenden Dörfern am Tonle Sap See. Lohnenswert sind wohl Halbtages- oder Tagestouren nach Kompong Phluk (40 km Südöstlich von Siem Reap) oder Kompong Khleang (80 km entfernt vom Siem Reap). Weniger bis gar nicht empfehlenswert sind die Touren von Chong Khneas aus (liegt nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt). Na und welche Tour haben wir wohl gemacht.....genau. Die nach Chong Khneas, weil wir ja mit unseren Tuktukfahrern unterwegs waren und ich die anderen Strecken einfach im Tuktuk zu weit fand. Blödes Argument, war aber so.

Ich werd im folgenden einfach mal gnadenlos lästern, denn was hier an schlechtem Tourinepp geboten wurde, konnte einen wirklich nur noch zum pausenlosen Kopfschütteln bringen. Dass da überhaupt noch einer drauf reinfällt! Aber okay......so wirds wohl sein und wir waren ja schließlich auch da.

Wir kamen also am Anleger der Boote, einem touristisch völlig durchorganisierten großen, modernen Betongebäude an und wurden schon an der Kasse hektisch gebeten, doch bitte schnell zu zahlen, das Boot würde in ein paar Minuten ablegen.

MERKE: Ist in der Regel immer voll die Verarsche, wenn man dich an der Kasse drängt.....man will nur nicht, dass du dir zu lange über den Preis Gedanken machen kannst. Weißte Bescheid.

So war das dann natürlich auch, wir waren aber in dem Moment noch zu weichgespült, ums direkt zu checken und zahlten erstmal brutale 20 Dollar pro Person für eine 1 1/2 stündige Bootsfahrt. Dankbarer Weise mußte der Mini-Ü mit 10 Jahren gar nichts zahlen.....allerdings nur, nachdem unserer Tuktukfahrer dem Kassierer mal tief in die Augen geblickt hatte und einige Worte flogen.





Wie war das? Das Boot legt in ein paar Minuten ab und wir müssen uns beeilen?

Ja.

Es legte auch tatsächlich sofort ab, aber wir waren die einzigen Gäste. Und mindestens 20 andere ungenutzte Boote dümpelten am Anleger noch vor sich hin. Soviel zur Hektik an der Kasse.

Wir waren noch nicht mal 1 Minute losgefahren, da spürte ich plötzlich ein paar kleine Händchen in meinem Nacken und ein kleiner drahtiger Junge versuchte mir eine Nackmassage angedeihen zu lassen. Er guckte dabei aber derart unfreundlich und ging auch in keinster Weise auf meine das ganze abwehrenden Späße ein, dass ich irgendwann gar nicht wußte, wie ich noch darauf reagieren sollte. Zum Glück wurde er dann vom Kapitän zurückgepfiffen......aber erst nachdem er mir noch die Hand entgegengestreckt und den Spruch "One Dollar , Madame!" ins Ohr gesäuselt hatte. Neeeee!!!

Merke: Schlimmschlimm, aber Kambodscha ist im Gegensatz zu Thailand so arm, dass hier ohne schlechtes Gewissen immer die kleinsten der Kleinen auf die Touris gescheucht werden, um über den Niedlichkeits- und Mitfühlfaktor Geld einzutreiben. Nicht dass ich das nicht gewußt hätte, aber dran gewöhnen muss man sich trotzdem erstmal, wenn man gerade erst aus dem total anders aufgestellten Thailand herüber gekommen ist.









Mal abgesehen von meiner durchaus berechtigten Kritik an dem völlig überteuerten Bootsausflug, bleibt einem auf so einer Tour aber selbstverständlich nicht verschlossen, dass es dem Menschen in Kambodscha NATÜRLICH wirklich nicht besonders gut geht und sie allergrößtenteils wirklich erbärmlich arm sind und sich unter schwierigen Bedingungen durchs Leben kämpfen müssen. Insbesondere bei Kindern tut mir das immer sehr leid und erklärt in irgendeiner Form selbstverständlich sämtliche hier kritisierten Maschen und Methoden der Tourinepperei. Doof ists aber trotzdem. Und in der hier im weiteren aufgezeigten Form auch echt ätzend unsympathisch und abschreckend. Da mag man schon fast gar nicht mehr irgendwem helfen. Aber hört selbst.






Schon gleich zu Beginn der Fahrt, war unserer Bootsguide schon auffallend redseelig und zutraulich, zumindest zu Mister Ü (Ich bin ja immer nur autistisch am Fotos knispen, ich werd erst immer ganz zum Schluss angesprochen, wenn gar nix mehr geht ;-D!), den er gnadenlos einlullte in dramatische Geschichten von Stürmen und Überschwemmungen am Tonle Sap See, die jedes Jahr viele Kinder zu Waisen machen würden (Nachtigall......trapstraps).

Die Stürme und Überschwemmungen gibt es auch tatsächlich, besonders in der Regenzeit zwischen Mai und Ende Oktober, in der der Tonle Sap zum größten Süßwassersee Südostasiens anschwillt. Den sagenhaften Sturm vor ein paar Jahren, den der Bootsguide blumigstgruselig ausmalte und bei dem sein halbes Dorf gestorben sei, konnte ich aber trotz intensivstem Googeln nicht im Netz finden. Wird das nicht erwähnt, wenn 2000 Menschen beim Sturm in Kambodscha ertrinken? Ich weiß nicht. Vielleicht kann mir da ja einer wissenstechnisch mal aushelfen (ansonsten ist die Story ja wo extraoberschäbig!). Tatsächlich wird die Hälfte des kambodschanischen Fischbedarfs aus dem Tonle Sap gedeckt. Die Menschen haben sich dort weitgehend mit dem An- und Abschwellen des Sees arrangiert und ihre Häuser auf hohen Stelzen oder direkt schwimmend gebaut. Durch die Überschwemmungen findet man dort auch ideale Bedingungen für den Reisanbau.

Erstes Ziel nach einer dreiviertel Stunde Boootsfahrt und vielen unfreiwilligen Fotos mit dem Guide auf dem Boot war dann dieses Restaurant mit Blick auf den See und einigen angegliederten Geschäften mit Tourikram und ein paar elendig in einen viel zu kleinen Käfig eingeklemmten Krokodilen. Nicht lustig. Schlimmer hab ichs nur mal in Indonesien auf Sumatra gesehen, als ich die ärmste Schildkröte des Jahrtausends in einem ZOO!!! fand, die in einem Aquarium gehalten wurde, in dem sie sich noch nicht einmal umdrehen konnte.

Selbstredend hatten wir weder Hunger, noch haben wir Krokodilledertaschen oder ! kambodschanische Riel ! dort gekauft. Kein Witz.....die wollten uns da die Nationalwährung Riel für Dollar verkaufen! Hahaha. Ich lache. Dazu muss man wissen, dass man in Kambodscha zumindest in Siem Reap NUR mit Dollar zahlt. Auch aus den Bankautomaten kommen nur Dollar. Der Riel kommt nur dann zum Einsatz, wenn in Restaurants Beträge unter 1 Dollar übrig bleiben......quasi dann als Souvenir. Aber Riel kaufen???? Tsss. Bescheuert.






Dann kam der größte von langer Rede vorher eingefädelte Coup der Tour. Ich sagte ja schon, dass Mister Ü vom Bootsguide bis zur Gutmütigkeitsgrenze voll gelabert wurde, was die armen sturmgebeutelten Waisenkinder der Siedlung anginge......alle würden in der Kirche zur Schule gehen und bräuchten dringend Nahrung. Es wäre super, wenn wir irgendwie helfen könnten, aber wir sollten bloß nicht dem Lehrer der Kinder etwas geben, der würde das nur unterschlagen. Er könne uns aber einen tollen Deal anbieten: Wir würden bei seinem Freund einen 50 kg Sack Reis kaufen und dann gemeinsam zu den armen Waisenkindern in die Schule bringe, damit wir auch sehen würden, dass der Sack bei den Bedürftigen ankomme.

Haha.

Na danke. Und kaum sind wir weg, fährt er den Sack wieder zurück. Der Sack sollte auch spottbillig sein, 50 Dollar nämlich. Ein halber Sack sollte erstaunlicher Weise 30 Dollar kosten und das alles obwohl man am Old Market in Siem Reap, einem der Haupttouridrehpunkte, einen 50 kg Sack für 30 Dollar kaufen kann. Wunder über Wunder.

Nein wir kauften keinen Sack, bekamen aber fast eins auf die Mappe. Zum Glück ist der Durchschnittskambodschaner deutlich kleiner als Mister Ü und zwei der großartigen Ü-Söhne. RESPEKT.





Auf der Rückfahrt würdigte uns der Bootsguide keines Blickes mehr und versank in dramatischste Depressionen an der Reling. Als das auch keine Wirkung bei uns zeigte, holte er nochmal zu einem letzten Versuch aus: Trinkgeld. Müßten wir aber heimlich machen wegen der Polizei. Und schon gabs nen neuen Bären auf die Nase.

Merke: Theatralik ist immer der Weisheit letzter Schluss. Und die haben es streckenweise echt oscarverdächtig drauf.

Ehrlich gesagt macht mich sowas sauer. Und auch wenn ich hübsche Bilder schießen konnte und die Leute dort ihren Kopf dafür ins Bild gehalten haben.....ich denke wir haben mit 20 Dollar  p.P. genug für die Förderung dieses Dorfes getan. Engagieren tue ich mich dann lieber an anderer Stelle, wo ich zumindest einiger Maßen nachvollziehen kann was passiert und mich nicht so gröbstens gerippt fühle.






Eine andere Dimension hatte dann nämlich das von Ben, unserem Hotelmanager, geleitete Missionarsprojekt in einer kleinen Ansiedlung in der Nähe von Siem Reap, für das wir uns auch gerne FREIWILLIG wohltätig gezeigt haben. Er hatte mich schon Wochen vorher ganz vorsichtig gefragt, ob er uns seine Missionarsarbeit nicht einmal zeigen und uns allen den Kindern dort vorstellen dürfte. Ich fand den Gedanken von Anfang an super, weil er auch nie nach Spenden oder sonstwas fragte. Eher sogar das Gegenteil, denn die ganze Zeit als wir im Hotel weilten kochte er kostenlos für uns und erklärte uns kambodschanische und philippinische Gerichte. Meistens konnten wir noch nicht mal alles aufessen, so großzügig waren seine Gerichte bemessen. Er organisierte uns Fahrer für unsere Tempeltouren, holte uns vom Flughafen ab, machte unsere Tour nach Koh Chang im Anschluss klar und nie hatte ich das Gefühl, dass er uns ausnehmen oder übers Ohr hauen wollte, denn ganz viel organisierte er für uns komplett kostenfrei. Die Tonle Sap Nummer ging leider auf unsere eigene Initiative zurück......jaja.....wendemalselbstwasindiehandnimmst.

Der Nachmittag und Abend in der kleinen Missionarskirche war dann wirklich für alle absolut spannend. Ach was sage ich, schon die Fahrt dorthin war etwas besonderes, denn wir fuhren fernab von jeglichem touristischen Strom und bewegten uns durch fürchterlich ärmliche Gebieten, die schon fast ein wenig unheimlich waren, weil wir angestarrt wurden wie Außerirdische. Gerade den Kinder war das unglaublich unangenehm und sie sagten hinterher, sie wären sich noch nie so elendig reich vorgekommen, wie auf dieser Fahrt und an dem Tag. Ich finde das eine sehr berührende Erfahrung. Und sehr erdend für uns Konsummenschen, die wir ja leider in dieser westlichen Welt irgendwie sind.






Hier kocht Ben mit dem Hotelkoch das Lieblingsgericht seiner philippinischen Kindheit: Adobo. Und ja ihr seht richtig, das wird in der Originalversion mit SPRITE gekocht! Also wir fandens alle super! Schaut mal, was er sich für eine Mühe mit dem Salat und dem Obst gemacht hat. Sehr liebevoll!




Und hier noch ein kleiner Geheimtipp für alle die mal Pause vom Reis machen wollen: Die wirklich besten Burger von Siem Reap (bestätigt auch das Netz!) gibts bei Jungle Burgers, einem klitzekleinen Laden mit Billardtisch in der Street 26, Krong Siem Reap. Am besten reserviert man vorher und testet unbedingt die selbstgemachte Limo!!!




Was ich mir allerdings während des ganzen Kambodschaaufenthalts eisern verkniffen habe.........hier unten....Leute, ich kann das nicht. Ich lauf ja schon vor den lebendigen Viechern schreiend weg (peinlich aber wahr....Insekten sind so gar nicht meins), da ESS ICH DIE DOCH NICHT AUCH NOCH!!! Neverever.

No und niemals.

Aber führs Foto doch mal echt spannend.




Habt ne wunderbare Woche ihr Lieben!


Dienstag, 11. Oktober 2016

Kambodscha Part 1, Siem Reap, Angkor Wat und das echte Abenteuerfeeling!

Die zweite Station unserer Asienreise war Kambodscha. Ein Land, das wir alle noch nie bereist hatten und auf das wir total neugierig waren, wie es sich denn wohl von Thailand, Malaysia und  Indonesien unterscheiden würde. Absolut gespannt wie ein Flitzebogen waren wir natürlich auf Angkor Wat........das Mustsee dort......die Tempelstadt im Dschungel. Wie abenteuerlich ist das denn bitte. Da guck ich mir zur Einstimmung sogar Lara Croft in Tomb Raider an und finds auf einmal riesenmäßig bildend ;-DDD......kein Spaß, der Film lief wie durch ein Wunder tatsächlich urplötzlich im Thaifernsehn.....hahaha....auf Thai! Naja....wobei das mit dem bildend.....aber hey.....nen ersten echten Eindruck hatte man dann schon mal und wußte in etwa was einen erwartet. Von Google earth und irgendwelchen Reiseführern mal abgesehen. In Tomb Raider LEBT das Ganze dann ja auf einmal ;-D, gelle?

Ja. Was einen erwartet. Hm. DAS war überhaupt bei diesem Reiseabschnitt DIE Frage ;-D.

Ehrlich gesagt hatte ich es aber auch ein wenig drauf angelegt mal ein paar Unwägbarkeiten einzubauen. Ich find das ja spannend und ....hey......wir hatten doch sogar ein Hotel gebucht, also wirkliches Traveln war das immer noch nicht. Aber wer in der Weltgeschichte rum will (also später mal die Kinder) muss halt mal erfahren, wie das eben so geht. So ohne Buchung. In Mini Hotels Hostels Bruchbuden Wasauchimmer. Ohne KONKRETEN Plan. Einfach gucken wies so kommt und passt.  Eben nach dem Motto "Wird schon und ist noch immer gut gegangen!" (Hört ihr den Kölner raus ;-DDD???) Meine Idee war ihnen, also den Kindern,  mal vorsichtig anzudeuten, wie man es denn später mit wenig Geld so durch die Weltgeschichte schafft. 5 Sterne buchen kann ja jeder. Das ist ja doof.




Ein Hotel buchen wollte ich dann aber schon. Wir sind ja zu fünft unterwegs, die Kids noch nicht besonders im wilden Traveln erfahren und der Kleinste zumindest ja auch noch recht jung. Da brauche ich kein Drama vor Ort, weil wir stundenlang nach einer passenden Unterkunft suchen müssen. Ich wollte es aber deutlich anders als in Bangkok. Einfacher. Kleiner. Billiger. Nicht so touristisch. Und so buchte ich das nur 6 Zimmer besitzende Clay D´Ankor* in Siem Reap.

Wie man das als Blogger dann so macht, meldet man sich im Hotel schon mal vor der Anreise an und horcht durch, ob die denn nicht Lust hätten, mit einem zusammen zu arbeiten. Und wie das Leben so spielt, lernte ich auf diese Weise Ben, den Hotelmanager, supergut kennen und wir mailten uns schon Wochen vor unserer Anreise immer über diverse Kanäle tausende lustiger Botschaften. Ein toller und witziger Mensch! Er ist ein philipinischer Ingenieur, hat lange in Dubai gearbeitet und ist nur als Missionar in Siem Reap tätig. Wow!

Ben organisierte uns einfach alles. Und obwohl ich ja eigentlich eine planlose Erfahrung wollte, fühlten wir uns in den Tagen in Kambodscha sicher wie in Mutter Schoß.




Ben organisierte uns z.B. für die Tage unseres Kambodschaaufenthaltes 2 supernette Tuktukfahrer. Für einen realistischen nicht Tourinepperpreis (18 € pro Tag, egal wohin man will) und ohne Besuch in den diversen Geschäften des Onkels/Schwagern/Oma. E.N.T:S.P.A.N.N.E.N.D. Ich merkte in diesen Tagen, dass ich ja doch irre gerne Tuktuk fahre.......zumindest im Dschungel, wenn einem die frische Luft um die Nase weht (Und erstaunlicher Weise war es in Siem Reap DEUTLICH kühler als in Bangkok...versteh das einer.). Als uns die Jungs mit den Tuktuks vom Flughafen abholten, mussten wir angesichts unserer megaunpraktischen Koffer erst einmal ordentlich kichern. Es war dann  aber wirklich überhaupt kein Problem unseren gesammelten Prüll auf den Kisten (also den Tuktuks) unterzubringen.....;-D...auch wenns zuerst anders aussah...hahaah.







Die Lage des Hotels war für die Kinder dann zunächst etwas verwirrend, siehe Bild hier unten. Das Hotel liegt nämlich fernab der beleuchteten und asphaltierten Hauptstraße inmitten teilweise relativ ärmlicher Hütten in einem für kambodschanische Verhältnisse aber wohl  eher gut situierten Wohnviertel Siem Reaps. Da sieht´s dann natürlich ganz anders aus, als in den Gegenden, in denen extra für die Touris alles bis ins Extremste aufgerüscht wird. Wers sowas so noch nie gesehen hat geschweige denn inmitten so einer Gegend noch nie gewohnt hat, erstmal komisch. Da wir nachts ankamen war, war die Einschätzung der Lage auch für uns Erwachsenen zunächst etwas unsicher (Seitenstraße noch dunkler noch ärmer, noch ne Seitenstraße und noch ärmer, noch dunkler, geradezu finster......so halt) und hätte ich nicht gewußt, dass die Tuktuks ganz sicher von Ben kommen......ja also ihr wisst was ich meine....... pong eins auffe Birne......ich hab mal kurz drüber nachgedacht. Aber war dann ja alles richtig und drüber lachen hilft immer ;-D......call me stupid.

Na und das Hotel selbst.....seht doch! Soooo hübsch! Ich kann gar nicht mehr sagen! Ich hätts nicht besser aussuchen können!





Unsere Fahrer steuerten uns dann die Tage perfekt durch die riesige Anlage um Angkor Wat, hatten immer genug gekühltes Wasser dabei, Regen/Sonnenschirme für den Notfall und wußten immer genau wo man was in welcher Reihenfolge tun (zuerst Ticket in einem gesondert gelegenen Office kaufen, dann erst zur Anlage fahren und die diversen Ticketposten durchlaufen) und gucken mußte (Da die Anlage sooowaaaaas von riesig ist, braucht man da wirklich gute Tips, was man sich wann anguckt, sonst verbringt man da Jahre! Das ist kein Spaß!) und fingen uns an den richtigen Stellen immer wieder ab und kutschten uns zum nächsten Tempel. Wenn ihr mich fragt sind 1-2 Tage die absolut richtige Dosis für die Tempel, irgendwann sieht alles gleich aus und man sieht nur noch Steine. Anders ist das vielleicht, wenn man archäologisch oder geschichtlich besonders interessiert ist. Ein Tagesticket kostet 20 Dollar, was ich wirklich nicht übertrieben finde, angesichts des imensen Pflegeaufwandes. Man bekommt dann einen Ausweis mit Lichtbild (wird vor Ort aufgenommen), den man an den Tempelanlagen vorzeigen muss.

Die Tempelanlagen sind wirklichwirklich wunderbar und unfaßbar beeindruckend. Ich habe noch nie soviele davon auf einem Haufen und vor allen Dingen auch solchen Ausmaßes gesehen. Dass die dann auch noch im Dschungel stehen........wie unfaßbar abenteuerlich. Ehrlich. Geschichtliche Details erspare ich euch an dieser Stelle, die könnt ihr besser im Netz nachlesen. Ich bin mehr die Tante für Geschichten drumherum. Und so kann ich z.B. berichten, dass ich finde, dass Kambodscha die touristische Situation hier vor Ort total im Griff und ziemlich optimal gelöst hat. Ist aber ja auch DAS Ziel hier im Lande, klar. Die Straßen im Areal um die Tempel sind zum größten Teil super ausgebaut. Alles ist sehr gepflegt und überall saust eigentlich jemand herum der gerade kehrt (nicht so wie sonst in Asien, wo herumliegender Müll voll normal ist). Man sieht auch ständig Arbeiter bei der Restaurierung der Tempel. Daumen hoch Kambodscha. Ihr macht das gut!

So. Ich für euch dann mal im Blitzdurchgang durch Angkor. Hier unten starten wir direkt mal mit dem Haupttempel Angkor Wat....ein wirklich monströse Anlage und das größte sakrale Bauwerk DER WELT.

D.E.R. W.E.L.T!








Das man bei einer Tempelbesteigung Schlange stehen muss ist ja klar. Aber schaut mal, von der Länge her hab ich schon Schlimmeres gesehen. Und alle Touris waren beim heraufsteigen noch entspannt.......aber der Weg runter ;-D.......da denkt man vorher nicht drüber nach ;-D.......sowas von steil.......und das sieht aufm Foto so nach nix aus! Sogar die Jungs jaulten auf und klammerten sich an den Handlauf, nicht nur ich!






Weiter gehts nach Angkor Thom, der letzten, großen Königshauptstadt des Angkor Imperiums, die mit einem Wall von 3 km Seitenlänge umgeben ist und 5 Hauptttore besitzt, die jeweils mit 4 Gesichtern gekrönt sind. Auf der Brücke zum Tor thronen 54 Götter, die eine Schlange halten. Den armen Göttern wurden - wie soll es auch anders sein - in den meisten Fällen schon die Köpfe von Kunstdieben gestohlen. Die Köpfe wurden durch neue aus Beton ersetzt......aber selbst die.......wurden größtenteils schon wieder geklaut. Meine Güte. Böse Welt. In Angkor Wird einem noch einmal so klar, wieviel Kulturgut der Welt durch diese elendige Klauerrei durch die Lappen geht und unwiederbringlich zerstört wird. Schlimm. Im Zentrum der Stadt steht der große Tempel Bayon mit den bekannten Steingesichtern.




















Hier unten dann der bekannte Lara Croft Tempel, Ta Prohm. Den kennt glaub ich fast jeder und er ist der erste an den man als Laie beim Stichwort Angkor Wat denkt......also äh.....oder nicht ;-S? Hahaha. (Okay ich Honk wahrscheinlich nur).

Der Tempel wurde im 12. Jhd von König Jayavarman VII. zu Ehren seiner Mutter erbaut. Na wenn das nicht mal was ist. Meine Mutter, die gerade als ich das hier für euch schreibe neben mir sitzt (Terrasse Käffchen, Keks, Sonne.....ihr wisst schon), fordert das gerade auch ein ;-).

Ich finde fast, es ist der schönste Tempel, weil er noch so ursprünglich und geheimnisvoll aussieht und diese von Würgepflanzen umgarnten Steine....fantastisch. Auch wenn er verglichen mit Angkor Wat schon fast pupsig klein ist. Leider scheine ich nicht die einzige zu sein, die das so sieht, denn es ist wirklich unfassbar, wieviele Touristen sich in Schlange vor den eindrucksvollsten Baumüberwucherungsstellen hin und herschubsen und alle ein cooles oder romantisches oder lässiges oder wasweißichwas für ein Foto vor der Ruine haben wollen. Ihr glaubt nicht wie lange ich gebraucht habe, um diese Fotos hier unten zu schießen.......es war ein lichter Moment ohne Touristenmassen. Und ich habe SCHNELL abgedrückt.









Nach unserer ausgiebigen Tempeltour kurvten unsere Fahrer noch ein wenig mit uns durch Siem Reap und luden uns auf eine kleine Marktimpression am "Old Market" ab. Der ist natürlich irgendwie touristisch, klar, hat sich meiner Meinung aber zumindest im tiefsten Inneren doch noch ein ganzen Stück altes Kambodscha bewahrt. Traditionell gibt es dort hauptsächlich Lebensmittel, Obst, Fisch, Fleisch, Wurst, Reis, Nüsse. Der MiniÜ hatte dort durchaus mit den heftigen Gerüchen und den vielen toten herumliegenden (Und die liegen da wirklich HERUM! Ein deutscher Lebensmittelkontrolleur wäre wahrscheinlich direkt tot umgefallen.) Tieren ein Problem ("Mama, die haben dem Fisch die Axt mitten zwischen die Augen gehauen!!!). Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es hier noch ECHT kambodschanisch zugeht (Getrockneter Fisch! Uns nicht unbekannt, aber immer wieder aufs neue eine echte Hardcore-Erfahrung!). Inzwischen ist aber besonders in den nach außen hin gelagerten Geschäften sehr viel Nippes, der den Touri von Welt interessiert, zu bekommen: Gebetsketten, Handarbeiten aller Art, Silberschmuck.









Na und was macht man abends in Kambodscha, wenn einen der Monsum von hinten einholt? Genau.
Man geht erstmal baden und stört sich nicht dran. Ist ja auch trotzdem noch 30 Grad ;-).




Das war aber noch längst nicht alles aus Siem Reap...stay tuned! Im nächsten Post erfahrt ihr noch mehr!

Habt ne dolle Woche!













* Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit dem Clay DÁngkor in Siem Reap. Vielenvielen Dank lieber Ben für deine Hilfe! Meine Meinung über den Aufenthalt ist davon aber selbstverständlich völlig unbeeinflußt! Klar.