Dienstag, 11. Oktober 2016

Kambodscha Part 1, Siem Reap, Angkor Wat und das echte Abenteuerfeeling!

Die zweite Station unserer Asienreise war Kambodscha. Ein Land, das wir alle noch nie bereist hatten und auf das wir total neugierig waren, wie es sich denn wohl von Thailand, Malaysia und  Indonesien unterscheiden würde. Absolut gespannt wie ein Flitzebogen waren wir natürlich auf Angkor Wat........das Mustsee dort......die Tempelstadt im Dschungel. Wie abenteuerlich ist das denn bitte. Da guck ich mir zur Einstimmung sogar Lara Croft in Tomb Raider an und finds auf einmal riesenmäßig bildend ;-DDD......kein Spaß, der Film lief wie durch ein Wunder tatsächlich urplötzlich im Thaifernsehn.....hahaha....auf Thai! Naja....wobei das mit dem bildend.....aber hey.....nen ersten echten Eindruck hatte man dann schon mal und wußte in etwa was einen erwartet. Von Google earth und irgendwelchen Reiseführern mal abgesehen. In Tomb Raider LEBT das Ganze dann ja auf einmal ;-D, gelle?

Ja. Was einen erwartet. Hm. DAS war überhaupt bei diesem Reiseabschnitt DIE Frage ;-D.

Ehrlich gesagt hatte ich es aber auch ein wenig drauf angelegt mal ein paar Unwägbarkeiten einzubauen. Ich find das ja spannend und ....hey......wir hatten doch sogar ein Hotel gebucht, also wirkliches Traveln war das immer noch nicht. Aber wer in der Weltgeschichte rum will (also später mal die Kinder) muss halt mal erfahren, wie das eben so geht. So ohne Buchung. In Mini Hotels Hostels Bruchbuden Wasauchimmer. Ohne KONKRETEN Plan. Einfach gucken wies so kommt und passt.  Eben nach dem Motto "Wird schon und ist noch immer gut gegangen!" (Hört ihr den Kölner raus ;-DDD???) Meine Idee war ihnen, also den Kindern,  mal vorsichtig anzudeuten, wie man es denn später mit wenig Geld so durch die Weltgeschichte schafft. 5 Sterne buchen kann ja jeder. Das ist ja doof.




Ein Hotel buchen wollte ich dann aber schon. Wir sind ja zu fünft unterwegs, die Kids noch nicht besonders im wilden Traveln erfahren und der Kleinste zumindest ja auch noch recht jung. Da brauche ich kein Drama vor Ort, weil wir stundenlang nach einer passenden Unterkunft suchen müssen. Ich wollte es aber deutlich anders als in Bangkok. Einfacher. Kleiner. Billiger. Nicht so touristisch. Und so buchte ich das nur 6 Zimmer besitzende Clay D´Ankor* in Siem Reap.

Wie man das als Blogger dann so macht, meldet man sich im Hotel schon mal vor der Anreise an und horcht durch, ob die denn nicht Lust hätten, mit einem zusammen zu arbeiten. Und wie das Leben so spielt, lernte ich auf diese Weise Ben, den Hotelmanager, supergut kennen und wir mailten uns schon Wochen vor unserer Anreise immer über diverse Kanäle tausende lustiger Botschaften. Ein toller und witziger Mensch! Er ist ein philipinischer Ingenieur, hat lange in Dubai gearbeitet und ist nur als Missionar in Siem Reap tätig. Wow!

Ben organisierte uns einfach alles. Und obwohl ich ja eigentlich eine planlose Erfahrung wollte, fühlten wir uns in den Tagen in Kambodscha sicher wie in Mutter Schoß.




Ben organisierte uns z.B. für die Tage unseres Kambodschaaufenthaltes 2 supernette Tuktukfahrer. Für einen realistischen nicht Tourinepperpreis (18 € pro Tag, egal wohin man will) und ohne Besuch in den diversen Geschäften des Onkels/Schwagern/Oma. E.N.T:S.P.A.N.N.E.N.D. Ich merkte in diesen Tagen, dass ich ja doch irre gerne Tuktuk fahre.......zumindest im Dschungel, wenn einem die frische Luft um die Nase weht (Und erstaunlicher Weise war es in Siem Reap DEUTLICH kühler als in Bangkok...versteh das einer.). Als uns die Jungs mit den Tuktuks vom Flughafen abholten, mussten wir angesichts unserer megaunpraktischen Koffer erst einmal ordentlich kichern. Es war dann  aber wirklich überhaupt kein Problem unseren gesammelten Prüll auf den Kisten (also den Tuktuks) unterzubringen.....;-D...auch wenns zuerst anders aussah...hahaah.







Die Lage des Hotels war für die Kinder dann zunächst etwas verwirrend, siehe Bild hier unten. Das Hotel liegt nämlich fernab der beleuchteten und asphaltierten Hauptstraße inmitten teilweise relativ ärmlicher Hütten in einem für kambodschanische Verhältnisse aber wohl  eher gut situierten Wohnviertel Siem Reaps. Da sieht´s dann natürlich ganz anders aus, als in den Gegenden, in denen extra für die Touris alles bis ins Extremste aufgerüscht wird. Wers sowas so noch nie gesehen hat geschweige denn inmitten so einer Gegend noch nie gewohnt hat, erstmal komisch. Da wir nachts ankamen war, war die Einschätzung der Lage auch für uns Erwachsenen zunächst etwas unsicher (Seitenstraße noch dunkler noch ärmer, noch ne Seitenstraße und noch ärmer, noch dunkler, geradezu finster......so halt) und hätte ich nicht gewußt, dass die Tuktuks ganz sicher von Ben kommen......ja also ihr wisst was ich meine....... pong eins auffe Birne......ich hab mal kurz drüber nachgedacht. Aber war dann ja alles richtig und drüber lachen hilft immer ;-D......call me stupid.

Na und das Hotel selbst.....seht doch! Soooo hübsch! Ich kann gar nicht mehr sagen! Ich hätts nicht besser aussuchen können!





Unsere Fahrer steuerten uns dann die Tage perfekt durch die riesige Anlage um Angkor Wat, hatten immer genug gekühltes Wasser dabei, Regen/Sonnenschirme für den Notfall und wußten immer genau wo man was in welcher Reihenfolge tun (zuerst Ticket in einem gesondert gelegenen Office kaufen, dann erst zur Anlage fahren und die diversen Ticketposten durchlaufen) und gucken mußte (Da die Anlage sooowaaaaas von riesig ist, braucht man da wirklich gute Tips, was man sich wann anguckt, sonst verbringt man da Jahre! Das ist kein Spaß!) und fingen uns an den richtigen Stellen immer wieder ab und kutschten uns zum nächsten Tempel. Wenn ihr mich fragt sind 1-2 Tage die absolut richtige Dosis für die Tempel, irgendwann sieht alles gleich aus und man sieht nur noch Steine. Anders ist das vielleicht, wenn man archäologisch oder geschichtlich besonders interessiert ist. Ein Tagesticket kostet 20 Dollar, was ich wirklich nicht übertrieben finde, angesichts des imensen Pflegeaufwandes. Man bekommt dann einen Ausweis mit Lichtbild (wird vor Ort aufgenommen), den man an den Tempelanlagen vorzeigen muss.

Die Tempelanlagen sind wirklichwirklich wunderbar und unfaßbar beeindruckend. Ich habe noch nie soviele davon auf einem Haufen und vor allen Dingen auch solchen Ausmaßes gesehen. Dass die dann auch noch im Dschungel stehen........wie unfaßbar abenteuerlich. Ehrlich. Geschichtliche Details erspare ich euch an dieser Stelle, die könnt ihr besser im Netz nachlesen. Ich bin mehr die Tante für Geschichten drumherum. Und so kann ich z.B. berichten, dass ich finde, dass Kambodscha die touristische Situation hier vor Ort total im Griff und ziemlich optimal gelöst hat. Ist aber ja auch DAS Ziel hier im Lande, klar. Die Straßen im Areal um die Tempel sind zum größten Teil super ausgebaut. Alles ist sehr gepflegt und überall saust eigentlich jemand herum der gerade kehrt (nicht so wie sonst in Asien, wo herumliegender Müll voll normal ist). Man sieht auch ständig Arbeiter bei der Restaurierung der Tempel. Daumen hoch Kambodscha. Ihr macht das gut!

So. Ich für euch dann mal im Blitzdurchgang durch Angkor. Hier unten starten wir direkt mal mit dem Haupttempel Angkor Wat....ein wirklich monströse Anlage und das größte sakrale Bauwerk DER WELT.

D.E.R. W.E.L.T!








Das man bei einer Tempelbesteigung Schlange stehen muss ist ja klar. Aber schaut mal, von der Länge her hab ich schon Schlimmeres gesehen. Und alle Touris waren beim heraufsteigen noch entspannt.......aber der Weg runter ;-D.......da denkt man vorher nicht drüber nach ;-D.......sowas von steil.......und das sieht aufm Foto so nach nix aus! Sogar die Jungs jaulten auf und klammerten sich an den Handlauf, nicht nur ich!






Weiter gehts nach Angkor Thom, der letzten, großen Königshauptstadt des Angkor Imperiums, die mit einem Wall von 3 km Seitenlänge umgeben ist und 5 Hauptttore besitzt, die jeweils mit 4 Gesichtern gekrönt sind. Auf der Brücke zum Tor thronen 54 Götter, die eine Schlange halten. Den armen Göttern wurden - wie soll es auch anders sein - in den meisten Fällen schon die Köpfe von Kunstdieben gestohlen. Die Köpfe wurden durch neue aus Beton ersetzt......aber selbst die.......wurden größtenteils schon wieder geklaut. Meine Güte. Böse Welt. In Angkor Wird einem noch einmal so klar, wieviel Kulturgut der Welt durch diese elendige Klauerrei durch die Lappen geht und unwiederbringlich zerstört wird. Schlimm. Im Zentrum der Stadt steht der große Tempel Bayon mit den bekannten Steingesichtern.




















Hier unten dann der bekannte Lara Croft Tempel, Ta Prohm. Den kennt glaub ich fast jeder und er ist der erste an den man als Laie beim Stichwort Angkor Wat denkt......also äh.....oder nicht ;-S? Hahaha. (Okay ich Honk wahrscheinlich nur).

Der Tempel wurde im 12. Jhd von König Jayavarman VII. zu Ehren seiner Mutter erbaut. Na wenn das nicht mal was ist. Meine Mutter, die gerade als ich das hier für euch schreibe neben mir sitzt (Terrasse Käffchen, Keks, Sonne.....ihr wisst schon), fordert das gerade auch ein ;-).

Ich finde fast, es ist der schönste Tempel, weil er noch so ursprünglich und geheimnisvoll aussieht und diese von Würgepflanzen umgarnten Steine....fantastisch. Auch wenn er verglichen mit Angkor Wat schon fast pupsig klein ist. Leider scheine ich nicht die einzige zu sein, die das so sieht, denn es ist wirklich unfassbar, wieviele Touristen sich in Schlange vor den eindrucksvollsten Baumüberwucherungsstellen hin und herschubsen und alle ein cooles oder romantisches oder lässiges oder wasweißichwas für ein Foto vor der Ruine haben wollen. Ihr glaubt nicht wie lange ich gebraucht habe, um diese Fotos hier unten zu schießen.......es war ein lichter Moment ohne Touristenmassen. Und ich habe SCHNELL abgedrückt.









Nach unserer ausgiebigen Tempeltour kurvten unsere Fahrer noch ein wenig mit uns durch Siem Reap und luden uns auf eine kleine Marktimpression am "Old Market" ab. Der ist natürlich irgendwie touristisch, klar, hat sich meiner Meinung aber zumindest im tiefsten Inneren doch noch ein ganzen Stück altes Kambodscha bewahrt. Traditionell gibt es dort hauptsächlich Lebensmittel, Obst, Fisch, Fleisch, Wurst, Reis, Nüsse. Der MiniÜ hatte dort durchaus mit den heftigen Gerüchen und den vielen toten herumliegenden (Und die liegen da wirklich HERUM! Ein deutscher Lebensmittelkontrolleur wäre wahrscheinlich direkt tot umgefallen.) Tieren ein Problem ("Mama, die haben dem Fisch die Axt mitten zwischen die Augen gehauen!!!). Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es hier noch ECHT kambodschanisch zugeht (Getrockneter Fisch! Uns nicht unbekannt, aber immer wieder aufs neue eine echte Hardcore-Erfahrung!). Inzwischen ist aber besonders in den nach außen hin gelagerten Geschäften sehr viel Nippes, der den Touri von Welt interessiert, zu bekommen: Gebetsketten, Handarbeiten aller Art, Silberschmuck.









Na und was macht man abends in Kambodscha, wenn einen der Monsum von hinten einholt? Genau.
Man geht erstmal baden und stört sich nicht dran. Ist ja auch trotzdem noch 30 Grad ;-).




Das war aber noch längst nicht alles aus Siem Reap...stay tuned! Im nächsten Post erfahrt ihr noch mehr!

Habt ne dolle Woche!













* Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit dem Clay DÁngkor in Siem Reap. Vielenvielen Dank lieber Ben für deine Hilfe! Meine Meinung über den Aufenthalt ist davon aber selbstverständlich völlig unbeeinflußt! Klar.

Kommentare:

  1. Cool!
    Ich wollte auch schon unbedingt dahin, auch mit Thailand kombniert. Ich hätte mich gefreut, wenn du auch darüber geschrieben hättest, wie ihr da hingekommen seid. Flug, Bus und spazierend über die Grenze...?? Ich habe so viele und auch ziemlich komplizierte Möglichkeiten gelesen. Einmal habe ich schon angefangen es zu organisieren und habe bei booking.com Hotels gesucht, dort in der Umgebung sind echt tolle und preiswerte Hotels. Ich weiß nicht, ob ich jemals den Mut hätte jemanden auf eine Kooperation anzusprechen. Ich kann kaum englisch, wenn ich mit jemandem Briefe wechseln muß, benütze ich dazu google.translate, aber sobald, daß es live zur Sprache kommt, habe ich ein mächtiges Problem, da muß es mein Mann übernehmen, er spricht gut, aber er hat immer null Interesse die Sache zu orgenisieren....
    Die Lara Craft Filme habe ich nicht gesehen, wir gehen nie ins Kino und gucken kaum Fernseher. :-)
    Ein toller Ort, da muß ich auch unbedingt hin.
    Liebe Grüße

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    1. Du Flögi über unsere Reisewege schreibe ich im nächsten Post. Soviel schonmal vorne weg: Wir sind eigentlich fast alle Wege geflogen, bis auf die Tour von Siem Reap nach Koh Chang. Darüber kannst du aber im nächsten Post lesen und auch über die Grenze in Poi Peth. Mit dem Englisch das ist doof, klar, denn eigentlich läuft alles auf Englisch. Mach doch mal nen Kurs. Soviel wie ihr unterwegs seid, haste da doch echt was davon. Und wie ich immer zu den Jungs sage: Einfach drauflos sprechen.......dann seid ihr immer noch besser als 90 % aller Asiaten ;-D.......na so isses. Wenn du genaues wissen willst kannst mich aber immer direkt über ne PN oder FB ansprechen, ja? Ich helf dir gerne!

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  2. Sehr sehr schöne Bilder, hast Du da mitgebracht. Und was es für coole Hotels da mittlerweile gibt. Na Asien halt....da ändert sich ja ständig alles und 13 Jahre ist halt ne lange Zeit für so ein Land. Damals war es auch scon schön, aber es gab halt nur wenig Touristen und auch nur ein paar kleinere Hotels. GlG/ Nadine

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