Dienstag, 16. Februar 2016

Visit New York Part 1 und wie aus einer grottengruseligen Schockerbude eine tippitoppihoppi 1a Centralparklage wurde!

Ich find ja Blogs doof, bei denen immer alles total aalglatt ist. Der Blogger und sein Blog sind perfekt, die Kinder, die Familie überhaupt und sowieso, gekocht wird nur elegant, gerüscht und ernährungstechnisch ausgewogen und political correct, die Zimmer sind interiormäßig ständig nach dem letzten Schrei gestylt und die Urlaubsreisen perfekt durchgeplant und immer auf bestem, höchstem Niveau. Niemalsnie geht da irgendwas schief, läuft ausm Ruder oder ist einfach nur beschissen.

Aber ehrlich. Das ist doch blöd. Und irgendwie auch unrealistisch. Mochten wir nicht alle immer schon Donald Duck, den ewigen aber sympatischen Vollhonk und Schussel lieber als den spießigen Dauerglückspilz und Extremgewinner Gustav Gans? Genau. Weil in uns allen wahrscheinlich mehr der Donald steckt als der Gustav. Und da gibt´s doch auch diesen Spruch:

Ich verliere nie. Entweder gewinne ich oder ich lerne.

Keine Ahnung von wem der ist, aber er ist gut! Und wahr.

Und genau deshalb erzähl ich euch heute als Einstiegspost für meine kleine, feine New York Reihe (das werden VIER Posts!) erstmal, wie es denn für uns in New York, der Stadt in den USA, auf die wir uns letzten Sommer am meisten gefreut hatten, denn so war. Ganz ehrlich ungeschönt und eben ein bißchen Donaldduckig.....nach hinten raus dann allerdings auch etwas Gustavgansig ;-D! Hammer was gelernt ;-D. Und die Jungs erst! Denn: Wo ein Wille da ein Weg! IMMER! ;-)




Wenn man nach New York möchte und ein wenig das Netz und diverse Portale bemüht, um entsprechende Hotels zu finden, bekommt man in der Regel erstmal einen leichten oder auch gelegentlich schon mal einen etwas größeren finanziellen Herzhansi, denn - wen wundert´s? - New York ist teuer. Sehr teuer. In unserem Fall interessierte ich mich zunächst für eine Unterkunft in Manhatten. Trotz extremer Bemühungen, war für uns 5 keine Unterkunft unter 2500 € (Und das war schon nur ein Hostel! Von Hotels red ich erst gar nicht.) für eine Woche zu finden. Das war mir eindeutig zuviel.  Also entschloss ich mich den Radius zu erweitern und außerhalb von Manhatten nach einer Unterkunft zu suchen. Über Airbnb fand ich dann schließlich auch ein bezahlbares und sehrsehr cooles Loft mitten in Brooklyn, also einem der angesagtesten und keineswegs kriminellen Stadtteile in New York. Das Loft war schwer lässig in einem alten Fabrikgebäude gelegen, Backsteinwände, Holzfußboden, mit Fahrrädern und Fotokunst an der Wand und einem Billiardtisch für die Jungs. Die Komminikation mit dem Vermieter funktioniert absolut perfekt. Die ganze Reise über freuten wir uns schon ein Loch in den Bauch in genau dieses Loft einzuziehen.




Brooklyn ist aber leider nicht an jeder Stelle fein. Zwar vielleicht cool, aber nicht so irre für den gemeinen Durchschnittstouri geeignet, der man ja nu irgendwie ist. Aber wie soll man das vorher schon so genau wissen? Google Earth hilft nur bedingt. Ich bin wirklich überhaupt gar kein ängstlicher Mensch, habe mich in der Gegend in der wir uns befanden aber wirklich unsicher gefühlt und wäre dort auch nicht alleine oder schon gar nicht mit den Kindern draußen herumspaziert. Gängstalife on the road! In Manhattan ist das dagegen überhaupt gar kein Problem. In Brooklyn, zumindest an manchen Stellen aber anscheinend schon.

Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass man für eine Fahrt von Brooklyn (und wir wohnten quasi direkt an der Brooklynbridge) nach Manhatten, wo ja die meisten Sehenswürdigkeiten sind, im dauerstauigen New Yorker Verkehr etwa eine Stunde braucht und ca. 40 Dollar zahlen muss. Rechnet das mal aus! Pro Tag sind das ungefähr 80 € und 2 Stunden blöd im Taxi rumgesessen. Die kann man meiner Ansicht mach besser in ein Hotel direkt in Manhatten investieren. Man hat dann auch die Möglichkeit mal kurze Ruhepausen im Hotel einzulegen, gerade mit Kindern ein nicht zu vernachlässigender Punkt.

Das Loft war, auch wenn es eigentlich genau wie auf den Bildern aussah (aber da riecht man ja nix!), dann aber leider das Grauen pur. Übelst schon blümchentreibend verschimmmeltes Essen in der Microwelle, das einen Gestank von 3 mal gestorbener Hundkatzemaus in der ganzen Wohnung verbreitete, unfaßbar dreckige Böden, Wände, Oberflächen, ausgelaufenen Flüssigkeiten im Kühlschrank, überall Haare in Bad und Badewanne als wäre ein Bär geduscht worden, dreckige Unterwäsche getragene Kleidung, die aus den offenen Kleiderschränken heraushingen, völlig verdreckte, stinkende Klimaanlagen......ihr wollt das gar nicht wissen. Wir waren wirklich echt geschockt von soviel Ekelzeugs. Und hey.....wir sind echt nicht pingelig. Auf meiner kompletten dreimonatigen Rucksackreise durch Asien hab ich nicht in einer Unterkunft soviel Widerliches erlebt wie in diesem Loft in NY. Man glaubt es kaum.

Es war also schnell klar, dass wir da rausmüssen. Zusammen mit Ü 1.0 telefonierte ich dann die halbe Nacht sämtliche New Yorker Hotels ab (Hauptsaison! Krieg da mal was bezahlbaren für 5 Mann!) und googelte mir nach freien Hotelzimmern nen Wolf. Parallel brüllte ich über email den Vermieter zusammen (der uns sofort Preisnachlaß einräumen wollte und am nächsten Tag für 2 Stunden eine Putze vorbei schicken wollte.....aber hey, Leute! Für diese Wohnung hätte man EINE WOCHE gebraucht, um sie wieder klar Schiff zu bekommen!) und schlug Alarm bei Airbnb. Soweit der Donald Duck-Teil. Dann wurde es Gustav Gansig. Wir hatten wirklich riesiges Glück und fanden vielleicht Dank meiner extremen Hartnäckigkeit auf unerklärliche Weise ein nicht nagelneues aber  super Hotel in prädestinierter, DIREKTER Central Park Lage. Mit Lady Gaga als Nachbarin (Die hat wohl eine ihrer Wohnungen im Nachbarhaus!). Und ihr glaubt es kaum. Es war bis auf 3 Dollar sogar genauso teuer wir die Brooklynkaschemme. Dazu hat uns dann die unfassbar nette Dame hinter dem Hoteltresen noch 2 Stufen upgegradet (nachdem ich ihr dreimal unsere schreckliche Geschichte erzählt hatte und sie sich vor Mitleid fast in Luft auslöste ;-D) und wir landeten im 43. Stock mit sensationeller Sicht über Manhatten. Hollalalalala. Unfassbar.







Und nur der Vollständigkeit halber muß ich noch über die wirklich großartige Problemlösung seitens Airbnb berichten. Keine Stunde nachdem ich das Problem gemeldet hatte wurde seitens Airbnb die Buchung schon storniert und ich bekam eine Mitteilung, dass unser Geld wieder zurücküberwiesen werden würde. 2 Tage später war das Geld wieder auf dem Konto. Das erzeugt bei mir Vertrauen pur. Das Päckchen mit amerikanischen Spezialitäten und Gimmicks, was wir nach unserer Heimkehr als kleine Entschuldigung von Airbnb noch ankredenzt bekamen, wäre da fast nicht nötig gewesen, war aber natürlich noch einmal eine super Geste.

Auf den Schreck hin und leider von der ausgefallenen Nacht völlig übermüdet setzten wir uns dann erstmal in einen dieser Hoponhopoff-Busse (muss ich noch erwähnen bei all dem Glück, dass der auch noch direkt vor der Tür abfuhr???), schonten erstmal die Beine und ließen uns entspannt durch New York fahren.





Vorbei an der St. Patricks Cathedral und an all diesen unfaßbar schönen Fassaden vom Anfang es letzten Jhdrts......hach, hier noch jemand dem bei Art Deco auch so die Öhrchen vor Begeisterung glühen???......das hatte ich in der Breite so gar nicht erwartet. Das alles dann neben ultramodernen Hochhäusern. Der Mix macht New York einfach aus!










Abends wanderten wir dann noch ein wenig durch Manhatten und ließen uns einfach treiben. Schauten durch Schaufenster, hinter denen gerade Fernsehsendungen gedreht wurden, verliefen uns fast im riesigen M&Mstore am Times Square, bekamen wildes Augenflackern als wir die Massen am bunter Leuchtreklame und Menschen am Times Square realisierten, schauten bei einem öffentlich abgehaltenen Fitnessstündchen vor einem Wolkenkratzer den energiegeladenen Mädels zu und gönnten uns ein oder zwei oder drei oder.....äh......cupcakes. Lecker.








Völlig kaputt warfen wir dann abends noch einen Blick auf das Flatiron Building, fielen in einen kleinen Mexikaner um die Ecke ein und anschließend in unser wunderbar sauberes Bett im 43. Stock unseres WirwohnennebenLadyGaga-Hotels.






Ende gut alles gut. Tschüss Brooklyn ;-)!



Kommentare:

  1. Nach dem ich alle deine Bisherigen US Posts gelesen habe, haben meine Freunde und ich mittlerweile Beschlossen in diesem Jahr auch die Ostküste USA zu besuchen. Etwas anders als du, aber die Hauptpunkte sind die gleichen. Wer weiss was davon wird, das Jahr ist noch lang, aber die Idee ist jetzt da. :) Toller Reisebericht aus New York, der einzigen Stadt wo mir ein bisschen Bange ist sie zu besuchen. Besonders bei deiner AirBnb Geschichte.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. New York frisst dich wirklich auf. Im Guten wie im Schlechten. Aber wir wollen ALLE unbedingt nochmal hin, weil es so faszinierend war. Soviel Sorge kann man gar nicht haben, dass man da nicht hin wollen würde. Ich freu mich ja jetzt schon drauf, wenn du darüber postest! Plant mal schön.....;-D!

      Löschen
  2. Omannomann, Du hattest es ja schon mal erzählt. Gruselig. Ich hatte zwar auch schon mal eine nicht ganz so feine Bude über airbnb, aber meistens habe ich nur super Erfahrungen gemacht. Frechheit was einem manch einer so als Unterkunft für viel Geld andrehen will. Und New York....ja, immer geil. Aber leider auch immer wieder sooooo unf#+$§? unfassbar teuer. Liebste Grüße, Nadine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. UNF#+$§?!...ja. Hätte ich so nicht erwartet. Ich frage mich immer wie der Durchschnittsmensch da so lebt? Sind die alle Millionäre??? Ich weiß nicht. Ich glaube fast, dass auch die Gehälter in den USA höher sind. Also nicht beim Pommesbrater, aber bei den anderen. Kann das sein?

      Löschen
  3. Eine herrliche Geschichte, erheitert meinen unperfekten Schnupfentag, und der erste Absatz - so geht es mir ganz genauso! Und mit den Hotels ist es scheinbar ich allen chicen Metropolen so, wir suchen für die Osterferien und alle halbwegs nette Sachen erledigen sich recht schnell beim Hotelpreis...
    LG
    Tinka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Versuch doch mal airbnb. Auch wenn es so aussieht, als hätten wir da Pech gehabt, wir hatten soooviele tolle airbnbs auf unserer Reise. Und wie die Geschichte dir ja nahe bringt. Selbst wenns doof läuft, läufts dann doch wieder gut. Dein Geld wird bei airbnb ja die ersten 24 Stunden treuhänderisch verwaltet!

      Löschen
  4. Puh, das musste ich nun mal sacken lassen und dann habe ich mich so gefreut. Echt toll dass du das vor Ort noch so hinbekommen hast und die neue Unterkunft hätte ja tatsächlich nicht besser sein können. Wirklich beide Daumen hoch..dsa Glück ist wohl auf deiner bzw. eurer Seite^^

    Liebe Grüssle

    N☼va

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wir hatten wirklich total Glück. In solchen Situationen werde ich aber auch immer zum Tier. Ich krieg das immer hin. Chaka. Wo ein Wille da ein Weg.

      Löschen
  5. Uiuiui...das hört sich ja nach einem Albtraum an. Und ich bin zugegebenermassen pingelig. In dieser Bude hätte ich wohl einen Kollaps erlitten.

    Zum Glück hat sich alles zum Guten gewendet. Es lohnt sich schon, wenn man eine Unterkunft im Zentrum hat. Sonst geht sehr viel Zeit verloren. Schön, dass ihr es geniessen konntet.

    Hach...ich liebe liebe NYC! Wäre so gerne wieder dorthin verreist (letztes Jahr oder dieses Jahr). Nur erwarte ich unser erstes Kind und irgendwie musste das halt verschoben werden.

    Danke für die tollen Bilder!

    AntwortenLöschen