Dienstag, 1. September 2015

Kommt mit nach Boston und ein kleiner Epilog über seltsame Tourguides

Heute gehts dann mal los mit 1001er Geschichte über unseren USA-Roadtrip. Den Anfang macht Boston, eine unserer ersten Stationen! Beautiful, little Boston....zumindest verglichen mit anderen amerikanischen Großstädten ist Boston fast ein Dorf mit seinen 620.000 Einwohnern, da sind ja sogar Köln und Düsseldorf größer! Wer aber dann mal inmitten der Straßenschluchten der Innenstadt gestanden hat, vergißt das schnell und glaubt sich schon fast in New York......echtes Amerikafeeling.....sowas gibts einfach in Europa nicht so häufig, noch nicht mal in unseren Großstädten. Boston hat aber auch diesen speziellen Charme, den andere amerikanische Großstädte so nicht haben. Als Hafenstadt liegt es direkt am Meer und man kann eigentlich kaum einen Schritt über die oftmals kopfsteingepflasterten Straßen tun, ohne an irgendeiner historischen Sehenswürdigkeit, einer Musikkneipe oder einer Kunstaustellung kleben zu bleiben. Boston hatte uns alle deshalb recht schnell in seinen Fängen und der große Sohn beschloß (das erste Mal von vielen weiteren Malen, die noch kommen sollten), dass er hier unbedingt zum Studieren mal hin müsse (Was er studieren möchte ist eigentlich zweitrangig....;-D, logisch!).

Boston war für uns gut zu erreichen. Es liegt etwa 70 km von Providence, was unserer Basisstation für eine Woche war, entfernt und wir brauchten ungefähr eine Stunde über den Highway dorthin. By the way.....von den Highways waren wir ja allesamt etwas enttäuscht. Nix da superbreite Straße mit unmöglich vielen Spuren. Nö. Manchmal wäre es uns fast gar nicht aufgefallen, dass wir nicht zuhause sind......so highway-/autobahntechnisch. Die Amerikaner haben nur andere Schilder und etwas weniger Leitplanken. Aber sonst.....? Ja. Ich hörte inzwischen, das soll an der Westcoast ganz anders sein.

Hier auch der klitzekleine Hinweis für alle, die in den USA Auto fahren möchten: Es ist absolut nützlich sich mal vorher mit den von Europa abweichenden Verkehrsregeln vertraut zu machen. Das fängt schon damit an, dass man erstmal damit klar kommen muss, das die für einen selbst geltende Ampel meistens auf der gegenüber liegenden Straßenkreuzung zu finden ist. Hört sich albern an, kann bei mehreren aufeinander treffenden Straßen in der Innenstadt schon mal zu größeren Fragezeichen führen. Auch rechts abbiegen ist in der Regel auch bei roter Ampel erlaubt, es sei denn an der Ampel hängt ein Schild "No turn on red". Musste erstmal wissen!  Ansonsten sind die Amerikaner die gechilltesten Autofahrer ever! Keiner drängelt, keiner hupt, keiner rast, man läßt sich lieber Zeit und den anderen vor......sehr toll. Nur in New York ist das Autofahren fast so wie in Deutschland. Da ihr das aber ja gewohnt seid, könnt ihr also auch problemlos in New York ins Auto steigen. Also nur so vom Prinzip her ;-).

Na und dann noch eine Botschaft an alle Bostonselbstfahrer. Boston besitzt gefühlte 3875 Brücken über den Charles River mit noch mehr Auf-, Ab- und Zufahrten, Roundabouts und ner echt wahnsinnigen Straßenführung (wahnsinnig zumindest für die, die von einem wahnsinnigen Navi geleitet werden, dass immer erst nach der Kreuzung sagt, dass man leider schon wieder die falsche Spur genommen hat). Ja. Das Problem ist, dass ich euch keinen Tip geben kann, wie ihr das in den Griff bekommt......Navi halt.......oder gutgelaunt und mit einem Liedchen auf den Lippen einfach 2 - 3 Stunden von Brücke A über Brücke B  unter Brücke C hindurch zu Brücke DEFGHIJK.......XYZ.....hrrröööm, ist ja fast wie ne Stadtrundfahrt. Vielleicht zwischendrin nochmal ein kleiner Tunnel für den man jedes Mal extra Tunnelgebühren zahlen muss. Jaahaaa.......ganzganz wichtig: Niemalsnie die gute Laune und die Liedchen vergessen, ja ;-D?.




Aber jetzt zur Stadt selbst. Wir als Bostonanfänger wußten ja vor lauter Tips und Erzählungen und selber angelesenem Wissen schon gar nicht mehr wo wir überhaupt anfangen sollten. Als gute Lösung erschien uns da so eine richtig tourimäßige Trolley Tour mit Bus (wie hier unten auf dem Bild) und Boot. Was den Überblick anging, war das dann auch gar nicht mal schlecht.





Der Plan war sich zuerst per Boot eine Hafenrundfahrt reinzuziehen und dann mit einem dieser bekloppten Busse, aus denen man laut die Tourguides zu noch lauterer Musik schreien hört, durch die Innenstadt kutschieren zu lassen. Es gibt wie fast in allen amerikanischen Städten zwar auch diese Ducktours, d.h. eine Tour mit einem Bus, der sowohl an Land wie auch im Wasser fahren kann (man braucht sich also quasi gar nicht mehr zu bewegen, für manch einen Ami ist das DER TRICK ;-D), die waren aber so stark ausgebucht, dass wir zwei Tage auf ein Ticket hätten warten müssen. Wer drauf scharf ist sollte sowas also vorbestellen.

Okay, also rauf aufs Boot. Sowas ist ja immer fein, man haut sich in die Polster und lauscht oder ignoriert den Ergüssen des Tourguides. Ich mag das, schon allein wegen des superschönen Blicks auf die Stadt und den Hafen. Okay, das Boot war vielleicht ein bißchen voll, aber ach Gott.....man ist ja nicht allein auf der Welt, was solls ;-D.






Während der Fahrt stellte sich heraus, dass man an einer Anlegestelle etwa auf der Hälfte der Strecke ein altes Kriegsschiff besichtigen konnte.......die Herrn der Familie fanden das supertoffte und deshalb stiegen wir dann also an besagter Haltestelle, wohlwissend, dass das nächste Schiff uns erst eine Stunde später abholen würde, aus. Ich weiß nicht, ob der liebe Herr Touguide ein ganz ein lustiger Spaßvogel war oder einfach nur sein Schiff etwas entleeren wollte, jedenfalls schloss das Kriegsschiff seine Türen just in dem Moment, als unser Hafenrundfahrtsboot ablegte. Yeah....ich hoffe dich trifft der Blitz, Herr Tourguide! Und für euch hier an dieser Stelle die supergeniale Insiderinfo: Das Ding schließt um FÜNF! 5! F.Ü.N.F!

Aber......die Aussicht auf 1 Stunde Wartezeit in einem Hafen macht erfinderisch und so kam der mittlere Ü auf die Bombenidee, einen der Tourbusse, die auch ihre Runde durch den Hafen drehten, abzufangen und damit dann einfach weiterzufahren. Ja Chaka.....und das hat dann auch gepasst. Wobei psst.......es ist völlig Wurscht, welchen Bus der 472849 Busunternehmen ihr euch greift. Fragt eh keiner nach dem Ticket. Und so merkten wir auch erst nach drei Häuserblöcken, dass wir im falschen Bus saßen. Hahaha.....ist glaube ich jetzt ziemlich deutsch, dieses Sitzeichimrichtigenbusfeeling ;-D!




Sich durch Bosten im Bus schuckeln zu lassen war dann auch wirklich ziemlich schön. Boston ist wie gesagt eine echt tolle Stadt mit viel Flair. Ja.

Ja wenn da nicht der Tourguide im Bus gewesen wäre, was wiederum wahrscheinlich die gerechte Strafe dafür war, dass wir uns einfach in einen xbeliebigen Bus gesetzt hatten. Ich beschreibs mal vorsichtig: Obwohl wir die sich aneinanderreihenden dauerzotigen Superwitze des über sich selbst am lautesten gackernden Tourguides geradezu meisterlich autistisch ignorieren konnten, hatte die gesammelte Familie schon nach 5-12 Häuserblocks ein hörsturzverdächtiges Dauerklingeln und -klirren im Ohr. Vielleicht war auch der Läutstärkeregler der Bustechnik einfach im Eimer. Bleibt ungeklärt. Herr Ü behauptet übrigens bis heute steif und fest, dass er auch kurz vor der Querschnittslähmung war, da der gute Mann (also der Tourguide) mit seinem holzbestuhlten Bus jedes Schlagloch mitnahm, dass die Piste bot. Wir stiegen also irgendwo mitten in der Innenstadt aus.





Na und? Ohne diesen bescheuerten Tourguide hätten wir nie dieses entzückende Eichhörnchen (wobei ich in Amerika gelernt habe, dass hier Eichhörnchen nicht SÜSS UND FLAUSCHIG sondern FIES, BÖSE und RATTENARTIG sind) im Boston Common einem öffentlichen Park, in dem außerdem auch gerade noch ein Livekonzert von Wasweißichnichtwem stattfand (Scheißegal wer....Stimmung war geil ;-D), getroffen. Will sagen, alles ist für was gut!





Und so beschlossen wir dann irgendwann Boston auf gut Glück zu erkunden. Ich sags ehrlich.....für den Freedom-Trail waren wirs zu spät.....der ist ja über 4 km lang und bei Nacht......hm! Wir sind dann lieber erstmal ein kleines Hümmerchen essen gegangen in weltbester Hummerbude des Dorfes (we heard so). Da lass ich mich ja grds. nicht schlagen.





Am nächsten Tag besuchten wir dann zuerst das Geburtshaus von JFK. Dazu aber in einem gesonderten Post. Danach wollte der große Sohn unbedingt noch mal mitten nach Boston rein, weils ihm da am Vortag so gut gefallen hatte. War ganz klar, dass wir diesmal Tourguides mieden wie die....ja....und einfach wild durch die Gegend liefen und und schauten, was uns so wild über den Weg läuft. Alles wild, no Ziel ;-D.

Ist ja schön, wenn man sich einfach mal so treiben lässt. So saßen wir bestimmt eine Stunde an einer Straßenecken und schauten einer Streetperformance des New Yorker Breeze Teams zu und fandens saucool.




Danach wanderten wir durch den Quincy Markt, eine Markthalle nordöstlich der Kreuzung Congress St/State St und futterten uns durch die Stände. Hier gibt es alle möglichen Richtungen Food an etwa 40 Ständen und 20 Restaurants, die einfach alle glücklich machen: Indisch, griechisch, Bagles, Eis, Pizza, die traditionelle Fischsuppe der Gegend hier (clam chouder) und noch viel mehr. Ist auch nur zum schauen total schön.





Na und wenn dann die Nacht über die Stadt hineinfällt, geht man einfach immer der Musik nach.....eigentlich ist hier ständig überall was zu hören......ach und schicke Trucks kann man so nebenbei auch noch abknipsen.





So und nächstes Mal machen wir also einen Ausflug ins Geburtshaus von JFK in Boston! Stay tuned!

Winkewinke an euch alle und besondere Grüße an meine zwei Freunde, die Tourguides in Boston (HARHARHAReurewitzewarenderhammerBlitz Donner Krach WUMM!),













Kommentare:

  1. Oh ja. Endlich haben deine USA Berichte angefangen :) Boston hört sich super an (sieht auch super aus). Mit den Fahrreglen habe ich mich auch schon ein bisschen vertraut gemacht da auf mich die gleiche Sache wartet. Also falls Du da noch so ein Paar tipps hast, dann immer her damit :) Schade das es mit dem Freedom trail nicht geklappt hat, aber dafür gabs dann ja Hummer. Ist auch nicht schlecht. :) Boston bei Nacht ist dann ja nochmal eine ganz andere Sache. Wunderbare atmosphäre. Freue mich schon auf die Tour vom JFK Geburtshaus. Liebe Grüße aus Mostar.

    Mersad
    Mersad Donko Photography

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    1. Ach das ist lieb, dass du dich so freust ;-D! Ich bestimmt noch mehr Tips auf Lager....ich schreibe gerade an den anderen Posts solange das noch alles frisch ist und ich versuche mich an all die verrückten Sachen zu erinnern, die wir so erlebt haben. Zum Thema Auto schreib ich auf jeden Fall auch noch was. GlG nach Mostar!

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    2. Danke Dir :) Reiseguides verraten halt nicht immer alles, und es ist am besten durch Leute die gereist sind Tipps einzufangen. Obwohl ich schon einiges angesammelt habe. Was mich zbs. interresiert ist wie die ganze Sache mit den "Tips" in den Restaurants funktioniert. Ich weiß auch das die Steuer immer noch am Ende zugerechnet wird, also nicht in den Preisen die man sieht miteinbehaltet ist.

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    3. JA das Stimmt, sogar in den Geschäften kommt die Tax an der Kasse noch oben drauf. Bei den Tips ist es so, dass du meistens selber entscheiden kannst wieviel du gibst. Irgendwas zwischen 20 und 30 % sollten es schon sein, sonst ist es unüblich. Manchmal ist es sogar so, dass du in den Restaurant den Tip direkt schon ungefragt mit eingerechnet bekommst.....immer genau hingucken, sonst zahlst du zweimal Tip. Alles in allem führt das dazu, dass es eigentlich immer teurer wird, als du am Anfang dachtest ;-DD. Tja. Amerika. Kommste arm wieder ;-D!

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  2. Amerika zieht mich null an, deshalb bin ich neugierig auf deine Berichte, ob sie meine Interesse aufwecken. Ich mag keine Großstädte, keine hohe Häuser und noch weniger auf einer geführten Tour teilnehmen. Ich hätte die Stadtbesichtigung bestimmt auf eigene Faust, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmittel gemacht. Und solche Guides können mich so was von nerven, daß ich da oft einige pfefferigen frechen Bemerkungen aus meinem Mundwerk rausgehen lasse :-)
    Boston kenne ich von den lautern Robin Cook Büchern, die ich als Teenager gelesen habe. Also, wenn Amerika, dann die Naturabteilung :-) für mich Grand Canyon usw., Alaska, Kanada, was so in die Frage kommt....Liebe Grüße

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    1. Ich bin beides: Großstadt- und Naturliebhaber, ich kann mich für beides begeistern. Als wir uns für die Tour entschieden, kamen wir uns auch fürchterlich touristenmäßig vor, es ist aber gerade wegen der Jungs manchmal einfach ne gute Lösung. Bin gespannt, ob ich ein klitzekleines Interesse für die Ostküste bei dir erwecken kann......Grand Canyon kann doch jeder ;-D!

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  3. Superschöne Fotos liebe Anne! Da werd ich immer ganz grün vor Neid! Ich glaub, USA wär nix für mich, aber Deine Berichte les ich supergerne darüber. Dann freu ich mich schon mal auf den nächsten Post.
    LG Susanne

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  4. Ne nicht grün vor Neid werden! Du hast doch gerade geheiratet! Da musst du vor Glück platzen...was ist da schon so ne olle Reise???? Bin gespannt wie du die USA findest, also in meinen Berichten. Für mich war es auch nicht unbedingt das erste Reiseziel, aber die Jungs wollten so gerne mal da hin. New York und so....fanden sie höllenspannend. Im prinzip finde ich aber alle Reisen wohin auch immer auf dieser Welt toll.......eigentlich will ich alles sehen ;-D! Ist deshalb egal, womit wir anfangen!

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  5. Nachgelesen habt ihr ja in diesem Sommer wieder eine supertolle Reise gemacht, einen ganz schöne Tour deren Eindrücke wahrscheinlich bei jedem neuen Post wieder verarbeitet werden. Gefällt mir echt gut, auch wieder die Art wie du solche kleinen "Missgeschicke" aufpeppst, Ihr macht das vollkommen richtig, und der Tipp mit dem Flughafen ist ne Wucht. Der ist schon bei mir abgespeichert, auch wenn ich da so schnell nicht hinkommen werde (also reizen auf jeden Fall). Mich reizt die linke Seite von mir eh ganz arg...also der Kontinent *grins* und meine Freundin will mich immer zu sich nach CDN haben.

    Eure Jungs können auch ganz schön Stolz sein, denke mal die werden nach den Ferien dann immer sofort mit Fragen bombadiert, gelle^^

    Liebe Grüssle

    N☼va

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