Montag, 2. Juni 2014

Zuckerzupfbrot mit Mandeln und ein Schlückchen hausgemachter Holunderblütensirup

Was hab ich letzte Woche gemacht (höhö.....also neben dem üblichen Kram)? Nun........die Sonne schien ;-). Das Wetter war ein Traum ;-). Die Kids rannten wie verrückt im Garten und auf der Spielstraße herum.......na und da überlegten die Nachbarin und meine Wenigkeit samt aller  anwesenden Kids einen Fahrradausflug ins Grüne zum Holunderblütensammeln zu unternehmen ;-). Fein! Wird langsam Zeit! Bald sind sie verblüht!




Die Kinder schauten etwas zweifelnd und rätselnd, wie man denn wohl aus den Blümchen Limo machen kann......hmmm.....????......war ihnen aber letztlich auch schnurzpiep......ähja........, denn allein das Sammeln und in den Büschen rumkriechen war schon der Hit. Sehrsehr lustiger Weise rief uns eine vorbeifahrende Radfahrerin zu: "Für Hugo, ne ;-DDD???? Ich komm auch!!!" Hahaha. Mist! Enttarnt ;-D! Nix Limo und so ;-D! Nagel auf den Kopf getroffen zumindest was die Nachbarin angeht, ich mag den Sirup ja letzten endes doch immer wieder lieber in der Kinderversion mit Sprudel, Limetten und viiieeeell crushed Ice (Mist, war aber aus......bin schon am nachfrieren!). Bin ja nicht so dicke mittm Schnaps, der Blogdauerleser weiß das.




So, aber jetzt zur Herstellung. Ist wirklich gaaanz einfach rubbeldikatz gemacht!!!!!

Nehmt eine große Schüssel, etwa 5 Liter sollten hineinpassen, gebt eine Liter Apfelsaft (meiner war naturtrüber, dunkler Direktsaft, daher auch später die relativ dunkle Farbe des Sirups!) und drei Liter Wasser hinein und legt dann die gesammelten Holunderblüten mit möglichst wenig Stielen (wird sonst manchmal bitter) in diese Flüssigkeit. Ihr braucht etwa 15 Stück pro Liter.......d.h. JA! es wird voll in der Schüssel! Die Schüssel dann für 24-48 Stunden an einen kühlen Ort stellen und ziehen lassen.




48 Stunden später dann den Saft dann zweifach filtern. Die erster Filterung erfolgt  durch ein normales, feines Netzsieb. Danach den Saft von 16 ausgepressten Zitronen dazu geben.....ja richtig gelesen 16! 4 pro Liter Flüssigkeit. Dann ein zweites Mal durch ein Mulltuch oder sauberes Spültuch filtern. Damit sollten alle Tierchen oder sonstigen ungewünschten, groben Schwebeteile aus der Flüssigkeit (auch Zitronenschwebeteile) verschwunden sein.




Die Flüssigkeit nun in eine großen Kochtopf geben und 2 KILO Zucker......ja auch hier richtig gelesen....dazu geben.

Warum soviel Zucker? Fragt eher warum sowenig, denn ich habe schon auf die Hälfte reduziert, eigentlich müssen da 4 Kilo rein. Die gleich genannten Nachteile habe ich aber einfach mal in Kauf genommen........soviel Zucker geht mal gar nicht!

Also noch mal.....warum soviel Zucker? Weil eine hohe Zuckerkonzentration die ganze Sache haltbar macht. Gerade im Sommer ein nicht uninteressantes Argument. Der ganze Trick funktioniert über die gute alte Osmose. Zucker entzieht nämlich genau wie Salz Wasser. In diesem speziellen Fall führt das dann dazu, dass die Microorganismen, die im Sirup (und auch in Marmelade) sind quasi ausgetrocknet werden und zugrunde gehen. Ein einfacher Trick also, der Sachen lange haltbar macht. Fürs tägliche Leben lernen wir daraus: NIE IN SIRUP ODER MARMELADE BADEN. Ihr endet sonst als Schrumpfkopfmumie.

Die Flüssigkeit dann einmal gut aufkochen lassen und in saubere Flaschen einfüllen. Fertig!




Das wars aber noch nicht für heute, denn an unserem kuscheligen Nachmittag im Garten gabs auch noch ein Mandelzupfbrot. Sowas von köstlich! Wow! Seht her wies geht!

Zuerst stellt ihr einen Hefeteig her. Dazu löst ihr zunächst in einem Glas 20 gr Hefe in 50 ml lauwarmer Milch auf. Dann werden in einem Kochtopf in 110 ml Milch, 50 gr Butter und 30 gr Rohrohrzucker aufgelöst. Das Butterzuckermilchgemisch wieder auf handwarm abkühlen lassen (Hefe geht sonst kaputt!!!). Ein Ei unterschlagen und alles zusammen (also Butterzuckermilchgemisch und aufgelöste Hefe in Milch) mit 350 gr 550iger Mehl und 1 Teel Salz von der Küchenmaschiene 10 Minuten kneten lassen. Küchenmaschiene? JA! Eigentlich war ich nie ein großer Fan von Küchenmaschienen, aber gerade bei Hefeteigen ist das Ergebnis einfach um ein vielfaches besser, wenn sie lange und gleichmäßig geknetet werden. An dieser Stelle noch mal ein großer Dank an Herrn Ü, der vor einem halben Jahr mein Leben mit dieser wunderbaren Maschine bereicherte........ich vermute nicht ganz uneigennützig ;-D!




Ist das mal ein gleichmäßiger Teig! Ja aber hallo! Und ich war vorher schon ein echt guter Kneter, aber sowas bekommt man nur unter Einsatz von Preisboxerarmen und mit einer Engelgeduld nach Stunden hin. So isses. Den Teig an einem lauwarmen (Ofen?) Ort 40 Minuten gehen lassen.




Den Teig dann auf einer bemehlten Fläche zu einem großen Quadrat ausrollen und mit 60 gr geschmolzener Butter bestreichen. Dann 60 gr Rohrohrzucker und 80 gr gehackte Mandeln darüber streuen. Nun den Teig in 6 gleichbreite Streifen schneiden (Breite der 22-24 cm Kastenform!) und die einzelnen Streifen immer mit der Zuckermandelseite nach oben übereinander legen. Den geschichteten Streifen dann wiederum in quadratische Pakete (Breite Kastenform!!!) zurechtschneiden und die Pakete hintereinander in eine ausgebutterte 22-24 cm Kastenform schichten. Die Teigquadrate oben mit dem buttrigen Pinsel bestreichen und noch etwas Restzucker und Mandeln darüber streuen. Die Quadrate liegen am Anfang relativ luftig in der Form. Den Teig in der Form jetzt aber nochmals gehen lassen, bis er die sie vollkommen ausfüllt.




Das Mandelzupfbrot dann bei 175 Grad etwa 25 Minuten backen. Gut auf die Bräunung der Oberfläche aufpassen und eventuell ein Stück Alufolie darüber legen.




Ich sags euch....das Ding war schneller weg als ich gucken konnte ;-D!





Einkaufsliste:

Holunderblütensirup:

1 Liter Apfelsaft
3 Liter Wasser
ca. 60 Holunterblüten
16 Zitronen
2 kg Zucker

Mandelzupfbrot:

350 gr 550iger Mehl
160 ml Milch
50 gr Butter
30 gr Rohrohrzucker
1 Ei
20 Hefe
1 Teel Salz

Für den Belag:
60 gr Butter
60 gr Rohrohrzucker
80 gr Mandeln gehackt

Kommentare:

  1. Da bringst Du mich auf eine Idee, ich wollte auch Zupfbrot backen, denn davon habe ich erst die letzten Tage das erste Mal gehört!! Und der Sirup, lecker, ich hab Holunder im Garten (aber nicht gepflanzt, der ist dies Jahr einfach wild hier gewachsen). SONNE? Hatten wir die letzte Woche keinen einzigen Tag, nur trübe Suppe.
    LG
    Tinka

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen Fräulein...hallo...ich hätte gerne eine Bestellung aufgegeben bevor ich hier die Tastaur vollsabber *gg*

    Schön dass ich auch wieder von dir lese. Bei so einem Wetter sollte man sowas auch ausnutzen, und was du wieder gezaubert hast ist voll klasse. War aber auch ganz schön baff als du von der Menge der Zitronen und auch dem Zucker geschrieben hast. Denke mal mit weniger Zucker schmeckt das viel besser.

    Danke für die Inspiration.

    Hab einen wundervollen Tag und ganz liebe und ♥liche Grüssle

    N☼va

    AntwortenLöschen
  3. Lecker sieht das alles aus. Holunderblütensirup habe ich auch schon gemacht, aber an dieses feine Zupfbrot habe ich mich noch nicht herangewagt. Aber es ieht so lecker aus. So fluffig. Mhhh.
    Schöne Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  4. @ Tinka: Mach das mal mit dem Zupfbrot, die Nachbarn fandens auch super! Eine großartige Erfindung! Das mit der Sonne wird schon, soll doch 30 Grad am WE werden!
    @ Nova: Du ich glaube mit dem Zucker das hört sich schlimmer an als es ist. Du trinkst das Zeugs ja nicht pur, sondern mit Wasser oder Sekt verdünnt. Da hat wahrscheinlich ne ordentliche Cola oder Limo mehr Zucker als das. Hier weiß mans aber halt nur genau...das ist das Schlimme ;-D!
    @ Jutta: Wag dich mal ran....ach eigentlich ist da nix mit WAGEN...ist total einfach zu machen!

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Anne, jetzt schaue ich aber blöd, dein Post kommt von 2. Juni und bei mir war es nicht in der Leseliste erschienen, so merkte ich jetzt nur zufällig, da Nova mich aufmerksam auf Holundersirup gemacht hat.
    Mein Rezept will auch 1 kg Zucker zu ein liter Wasser und erst den Zucker ins Wasser reintun, dann die Blüten, 24 Std stehen lassen, absieben, dann aufkochen, dann nochmal absieben, dann Zitronensaft rein und in die Flaschen...bei beiden Versionen bin ich von der Zuckermenge schockiert. :-) Ich weiß, welchen Sinn es hat, aber allein der Gedanke, es alles zu verzehren...grrr. :-) Ich glaube, ich mache es doch nicht. Ich habe eine Flasche aus Ungarn mitgebracht, und davon trinken wir jeden Tag, ich tue in ein Glas (4 dl) eine halbe Zitrone noch und Minzblätter und Eis.
    Hugo? Ich habe schon den Namen gehört, aber ich gebe ehrlich zu, habe keine Ahnung was das ist.:-)
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  6. @ Flögi: Da sagste was, ich hab das in letzter Zeit auch öfter mal mit Frau Hibbels Posts. Keine Ahnung, was da bei Blogger abgeht! Mit dem Zucker, das ist schon echt ein Schocker, ich weiß, aber wie ich schon bei Novas Kommentar schrieb, ist das alles glaub ich halb so wild, da man ja verdünnt. Ich möchte mir ne Cola auch nicht in Zuckerklümpchen vorstellen und wenn ich so seh, wie die Jungs sich sowas runtergurgeln, komm ich mir mit meiner Holunderlimo total öko vor. Ach aber ich hab ja auch nur die Hälfte vom Zucker genommen. Wichtig ist halt eine riesige Menge Zitrone....ich weiß du verstehst das als alter Zitronenteefan ;-))), gell???

    AntwortenLöschen
  7. Ich liebe frischen Zitronensaft ohne Ende...aber mit der Macherei des Holusyrup wird wahrscheinlich nichts, ich bin immer zu faul loszugehen sie zu pflücken... :-)

    AntwortenLöschen