Samstag, 22. Januar 2011

T und ich

Da habe ich doch letztens wieder mal ein Gespräch gehabt, was mich wirklich erschüttert hat, weil das Thema schon seit Jahren nur große Fragezeichen in meinem Kopf hintelässt.
Ich war bei meinem Physiotherapeuten, um einen weiteren Versuch zu starten, diverse über die Jährchen angesammlte körperliche Defizite wieder ins Lot zu bringen. Ein netter Mann! Grundsolide seine Ausbildung, fachlich kompetent, sachlich in der Beurteilung, ein ganz vernünftiger Mensch eben, na und ich muß das hier nochmal mit erhobenem Finger betonen ! ein Mann ! Okay. Soweit noch gut.
Ich lag also auf der Streckbank und Monsieur knackte hier und da an meinen Knochen herum, als wir nebenbei, völlig friseurmäßig auf diese und jene Themen zu sprechen kamen. Worüber man sich alles unterhalten kann! Das ist ähnlich wie das Phänomen, dass man ja (angeblich) nur beim Friseur (oder Physiotherapeuten) in der Warteschleife Interesse an den klassischen Revolverblättchen zeigt.


Es war dann glaube ich so, dass ich seinen Ausführungen zu irgendeinem Thema hingebungsvoll lauschend
mich plötzlich veranlasst sah, von Frau S zu erzählen, denn sie hatte ein Hobby.
Kann man das so nennen??? Ich werde nie vergessen, wie sie mir zum ersten Mal mit rosarotem Blick und stolzgeschwellter Brust von ihrer großen Leidenschaft berichtete.......na klingelts schon? Wer ständig die Küchenschränke von innen saubermacht....na? Sie sammelte diese bunten Döschen und Gerätschaften jener meiner Meinung nach völlig überschätzten aber ungemein clever und subversiv am Markt agierenden Firma, die wir mal völlig willkürlich mit T abkürzen. " Wissen Sie Frau Ü, meine ganze Küchenschrankausstattung ist von T! Ich sammele das. Ein Leben ohne T ist für mich undenkbar!" Schon damals zuckte ich leicht bei der Vorstellung, dass das Leben ohne die richtige Frischhaltedose keinen Sinn mehr macht und mit entglitt ein "Dann bin ich schon tot!". Was ist schon richtig? Versteht mich nicht falsch all ihr T-ler auf der Welt, ich hab euch alle lieb und ihr seid mit Sicherheit nicht umsonst Fans, aber der Rambazamba um das Zeugs ist doch irre, oder nicht?


Als ich dieses Episödchen in Therapielage zum Besten gab und mir dabei vor Lachen - trotz erheblicher behandlungsbedingter Schmerzen! - auf die Schenkel schlug, dachte ich dann eigentlich, dass wir unter uns wären. Ich, ein bekennender Ignorant um den T-Hype und ein Mann XY, egal welcher. Männer, dachte ich, sind da immer auf meiner Seite. Ist eben eine reine Mädels-Hausmuttigeschichte mit T, da lästerts sichs leicht.

Irgendwie war dem aber nicht so. Es folgte ein unangenehm langes Schweigen und kein Mitgackern, bis er sich schließlich zu dem für mich erschütternden Satz hinreißen ließ: "Aber ich bin auch ein großer Fan von T!" Gott sei  Dank lag ich schon. Und dann entblößte er sein ganzes Dasein mit T. Nur auf so einem Treffen wäre er noch nie gewesen, er würde sich die Sachen immer "unter der Hand" (also ohne T-abend) bei einem Vertreter besorgen. Na wenigstens hat der Mann noch eine Spur Anstand! Der Rest der Behandlung verlief von meiner Seite aus.....nunja.....eher ruhig.

Seit diesem Erlebnis rede ich mit keinem Menschen - egal ob Mann oder Frau- mehr über T, ohne nicht vorher die Küchenschränke der jeweiligen Person inspiziert zu haben.

Always remember!



1 Kommentar:

  1. Neee!!! Einmal auf einem T-Abend, das reicht fürs Leben!

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